iSYS & IT4IPM bringen GEMA Lizenzabrechnung in die Cloud. Migration zu Microsoft Azure.

IT4IPM

Die IT4IPM (IT for Intellectual Property Management) realisiert kundenspezifische IT-Lösungen, um Urheberrechte perfekt vertreten und schützen zu können. Als 100%ige Tochter der GEMA liegt der Fokus auf dem Kerngeschäft von Verwertungsgesellschaften und Unternehmen, die sich mit Urheberrecht befassen. Als branchenspezifischer IT-Dienstleister entwickelt die IT4IPM Software für den reibungslosen Ablauf zum Schutz von Urheberrechten, dies umfasst Lösungen für Dokumentation, Lizenzierung und Verteilung. Das Leistungsportfolio der IT4IPM erstreckt sich von der Beratung über die individuelle Entwicklung bis hin zum Betrieb passender Lösungen.

iSYS Software arbeitet seit vielen Jahren in enger Kooperation mit der IT4IPM.

Logo - IT4IPM
IT4IPM – IT-Spezialist im Umfeld von Verwertungsgesellschaften

Cloud Migration der Lizenzanwendung zu Microsoft Azure

Die Lizenzierung privater Radiosender ist ein wichtiger Bestandteil der Verwertung von Urheberrechten im Medienumfeld für die GEMA und GVL. Die Abrechnung der Lizenzen erfolgt hier gemäß einem auf die Besonderheiten der Radiosender individuell abgestimmten Tarif. Grundlage für die Berechnung sind hier die Umsätze der Radiogesellschaft und der sogenannte Musikanteil, der für jedes Radioprogramm individuell ermittelt wird.

iSYS hat in diesem Projekt im Auftrag der IT4IPM die komplette Migration der Lizenzanwendung in die Microsoft Azure Cloud geplant, vorbereitet und durchgeführt.

Wichtige Schritte

  • Definition und Analyse der zu migrierenden Anwendung
  • Ermittlung und Auswahl des Cloudsystems
  • Vertragliche und rechtliche Rahmenbedingungen vorbereiten
  • Sicherheitskonzept erstellen und implementieren
  • Testumgebung aufsetzen und Testläufe durchführen
  • Cutover-Plan erstellen
  • Migration durchführen

Technologien

  • Azure Cloud Infrastructure
  • Azure Application Gateway
  • Managed PostgreSQL Server
  • Virtual Machines und Docker Container
  • Virtual Networks
  • Security Groups
  • Backend-Control mit Logic App und REST-API
Peter Mandl

Peter Mandl

Peter ist einer der Chefs der iSYS Software GmbH und brachte das Projekt gemeinsam mit den Kollegen der IT4IPM für die GEMA auf den Weg.

Peter, Du hast die Planungsphase begleitet. Welche Gründe waren für die IT4IPM ausschlaggebend, die Anwendung in die Cloud zu migrieren?

Die Motivation der IT4IPM für dieses Projekt war grundsätzlich das Potential, den Betrieb durch die Kombination eines kleinen, flexiblen Teams und einer komplexen Cloud-Infrastruktur effizienter und damit kostengünstiger gestalten zu können.

In den ersten Gesprächen mit den Kollegen von der IT4IPM wurde schnell deutlich, dass die Entlastung der internen Betriebsressourcen sowie eine schnellere Interaktion zwischen Mitarbeitern und Anwendern eine gewichtige Rolle spielt.

Der Betrieb in einer zentralen Cloud-Infrastruktur ist dabei ein wesentlicher Fortschritt, da alle Betriebs- und Entwicklungsaufgaben an einer Stelle gelöst werden können.

Nikolai, in Migrationsprojekten ist die Auswahl der richtigen Cloud entscheidend. Warum Microsoft Azure?

Nikolai Bauer

Nikolai Bauer

Nikolai ist Projektleiter bei iSYS Software GmbH und leitete die Migration der Anwendung.

Der Aufbau der dazu notwendigen, komplexen Infrastruktur war nur innerhalb eines großen Cloud-Anbieters mit relativ geringen Initialinvestitionen möglich. Da im System Abrechnungen in unserem Anwendungsfall quartalweise erfolgen, ist die Auslastung des Systems nicht kontinuierlich, sondern von einzelnen Lastspitzen geprägt. Die flexible Skalierung von Ressourcen bei Cloud-Anbietern wie Amazon, Google oder Microsoft ist daher ein entscheidender Vorteil.

Am Ende ist die Wahl auf Microsoft Azure gefallen, weil dieses Cloudsystem sehr gut zu den spezifischen Anforderungen des vorliegenden Systems passt. Dazu fährt Microsoft aktuell eine sehr attraktive Preispolitik. Die Auswahl des Anbieters war das Ergebnis eines strukturierten Benchmarks, den wir standardmäßig im Rahmen eines Migrationsprojekts durchführen.

Für die Lizenzberechnung müssen sensible Unternehmenskennzahlen verwaltet werden. Da das Lizenzaufkommen pro Jahr im zweistelligen Millionenbereich liegt, ist eine zuverlässige und ausfallsichere Umgebung unabdingbar. Der Einsatz eines hochprofessionellen Providers schaffte dabei das nötige Vertrauen. Gerade der jederzeit mögliche Zugriff auf das gesamte, aktuelle Technologiespektrum sowie auf modernste Komponenten sind hier zu nennen. Das waren in diesem Projekt schon enorm wichtige Aspekte bei der Auswahl.

Neben der fachlichen und technischen Passgenauigkeit war in diesem Fall auch das Pricing ein entscheidendes Kriterium. Das Preismodell von Microsoft führte dabei zu einer im Vergleich günstigeren Kostenkalkulation. Die Annahme, dass Ressourcen in der Cloud grundsätzlich kostengünstiger sind, ist dabei allerdings nicht richtig. Der Kostenvorteil ergibt sich in der Regel erst durch die Flexibilität der Nutzung und der Abrechnung on-demand, wodurch Kosten für nicht benötigte Ressourcen eingespart werden können.

Microsoft Azure
Cloud-System Microsoft Azure
Benjamin Fischer

Benjamin Fischer

Benni ist Full Stack Entwickler bei iSYS Software GmbH und war Teil des Entwicklerteams.

Benni, welche Rolle spielen Planung und Vorbereitung bei einem Migrationsprojekt in die Cloud?

Gut geplant ist halb gewonnen. Das gilt in ganz besonderem Maße auch für Migrationsprojekte in eine Cloud-Umgebung. Eine gute Analyse und eine detaillierte Planung sind durch nichts zu ersetzen, um einen reibungslosen Umzug in einer möglichst kurzen Zeitspanne zu realisieren. Wir haben bei iSYS ein entsprechendes, 3-stufiges Modell etabliert, wie wir in Migrationsprojekten vorgehen. Planung, Vorbereitung und Durchführung. Das Ganze machen wir in enger Abstimmung mit dem Kunden, was sehr wichtig ist.

Über den Planungsprozess steuern wir gemeinsam mit dem Kunden auch die komplette Vorbereitungsphase. Das betrifft beispielsweise den Aufbau der virtuellen Infrastruktur, die Implementierung von Sicherheitsmaßnahmen wie Verschlüsselung, Firewalls, Rechtekonzept, das Einrichten der Testumgebung und die Durchführung von vorgelagerten Testläufen mit anonymisierten Daten, aber auch die Vorbereitung der vertraglichen und rechtlichen Rahmenbedingungen inklusive DSGVO.

Das Ergebnis von Planung und Vorbereitung haben wir in einem detaillierten Cutover-Plan zur Cloud Migration strukturiert zusammengefasst. Die Vorbereitung hat dabei etwa 6 Wochen in Anspruch genommen. Der Umzug des gesamten Systems inklusive der Migration aller Daten wurde dann außerhalb der üblichen Bürozeiten in ca. 1 Stunde durchgeführt.

Dabei wurde im Wesentlichen nur noch die Netzwerkkonfiguration umgestellt, das bestehende System deaktiviert und der finale Lauf der Backendprozesse sowie der Export und Import der Datenbanken durchgeführt. Der Neustart in der Cloud hat dann das Migrationsprojekt abgeschlossen.

Nikolai, was kannst Du unseren Lesern als Erfahrungswert für den Betrieb von Anwendungen in der Cloud noch mitgeben?
Nikolai Bauer

Nikolai Bauer

Nikolai ist Projektleiter bei iSYS Software GmbH und leitete die Migration der Anwendung.

Wichtige Faktoren beim Betrieb von Anwendungen in der Cloud sind das Kostenmanagement sowie der nötige Wissensaufbau und eine entsprechende Teamstruktur für den operativen Betrieb.

Hinsichtlich der Kostenstruktur bringt die flexible Bereitstellung von Ressourcen eine enorme Flexibilität, kann aber ohne Controlling schnell zu vergleichsweise hohen Kosten führen. Im Detail empfehlen wir genau darauf zu achten, welche Komponenten wirklich notwendig sind, und wie laufende Kosten durch den konkreten Betrieb beeinflusst werden. Microsoft Azure bietet für das Kostenmanagement umfassende Controlling- und Analysewerkzeuge.

Eine wichtige Rolle spielt auch die Teamstruktur und das Wissen im Team. Für die Konfiguration, Wartung und Überwachung der Umgebung muss an einigen Stellen viel providerspezifisches Knowhow aufgebaut werden. Dafür ist es aus unserer Erfahrung zielführend, ein breit ausgebildetes DevOps-Team bereit zu stellen.

Die Abhängigkeit zu einem einzelnen Cloud-Anbieter darf dabei aber nie zu groß werden. Daher achten wir ständig darauf, dass unsere Infrastrukturen auch in den Umgebungen alternativer Anbieter lauffähig bleiben um so einen vendor lock-in zu vermeiden.

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